Wissenswerte über das Profiling
Quantico: Die Eliteschmiede des FBI
Ein eher unscheinbares Areal in den Wäldern Virginias dient dem Federal Bureau of Investigation (FBI) als Ausbildungsstätte seiner besten Agenten. In den drei Wohnkomplexen können bis zu 250 Trainees untergebracht werden, die jeweils zu 18 Wochen langen Lehrgängen antreten. Auch die Profiler des BAU-Teams haben hier ihr Handwerk erlernt. Zum Ausbildungszentrum gehören neben den Wohn-, Büro- und Lehrräumen u. a. ein 1.000 Gäste fassendes Auditorium, ein forensisches Forschungszentrum, eine große Sporthalle, ein Trainingsgelände, ein Übungsparcours für Verfolgungsfahrten, diverse Schießplätze und eine nach gebaute typische amerikanische Kleinstadt mit dem Namen „Hogan’s Alley“, in der die Auszubildenden das Gelernte praktisch erproben können.
Täter-Profiling
Die Entstehung einer Wissenschaft Das Täter-Profiling, in Deutschland auch operative Fallanalyse, ist eine Ermittlungsmethode, deren Ursprünge bis ins 19. Jahrhundert zurückgehen, als die beiden Londoner Mediziner George Phillips und Thomas Bond versuchten, ein Persönlichkeitsprofil von Jack The Ripper zu erstellen. Einer der ersten spektakulären Profiling-Erfolge war die Festnahme eines Bombenlegers in New York im Jahr 1957. Der Psychiater James A. Brussel hatte Aussehen, Verhalten und Lebensumstände des Täters aufgrund des vorliegenden Beweismaterials und einer Analyse der Tatort-Fotos präzise vorhergesagt. 1972 wurde die Behavioral Science Unit in der FBI Akademie Quantico etabliert. Bereits ein Jahr später konnte der erste Serienmörder aufgrund der Arbeit der FBI-Profiler festgenommen werden. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Profiling-Technik konsequent weiterentwickelt, verfeinert und systematisiert. Heute werden Profiler-Teams in vielen Ländern von den Ermittlungsbehörden eingesetzt. Natürlich ist die Profiling-Methode nicht frei von Fehlern und hat deshalb auch ihre Kritiker, wird jedoch grundsätzlich nicht mehr in Frage gestellt.
Denken wie ein Profiler
Profiler versuchen, Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Täters zu ziehen, indem sie sein Verhalten in vier Phasen analysieren:
1. Welche Fantasie, welchen Plan hatte der Täter vor der Tat? Was veranlasste ihn dazu, gerade an diesem Tag zu handeln?
2. Welchen Opfertyp wählte sich der Täter? Mit welcher Methode verübte er das Verbrechen?
3. Wo fand die Tat, wo und wie die Entsorgung des Opfers statt?
4. Wie reagiert der Täter auf die Ermittlungen und die öffentliche Berichterstattung? Nimmt er Kontakt auf?
Quelle: Sat1

